Ich heisse…!

Ich heisse…!

  • Posted by Björn Maurer
  • On 3. April 2016

Kurzvorstellungsvideos drehen

von Mirona Stanescu, Daniel Trueby
Zeitbudget: 10 – 45 Minuten
Schwerpunkte: NUR Film
Sprachkenntnisse: Grundkenntnisse
Mehrsprachig: Nein
Gruppengröße: Ab 3 Personen

Lernziele

  • sich in einem kurzen Video vorstellen können
  • die grundlegenden Bedienfunktionen einer Kamera oder der Kamera-App des Tablets kennenlernen
  • andere Gruppenmitglieder kennenlernen

Überblick

Die Teilnehmenden stellen sich in einem kurzen Video vor und orientieren sich dabei an einem vorgegebenen und einfachen Fragekatalog.

Voraussetzungen:

Keine

Materialien:

ein Tablet pro Kleingruppe (Alternativ: jeweils ein Smartphone, eine Kamera / Camcorder / Digitalkamera); Veranschaulichung der Fragestellungen für jede Kleingruppe

Dateien zum Download:

  1. https://www.sprachfoerderung.eu/wp-content/uploads/Kennenlernvideo_Fragebogen_sprachfoerderung.eu_.pdf
  2. https://www.sprachfoerderung.eu/wp-content/uploads/Kennenlernvideo_weiterführende-Fragestellungen_sprachfoerderung.eu_.pdf
  3. https://www.sprachfoerderung.eu/wp-content/uploads/Kennenlernvideo_Reflexionsimpulse_sprachfoerderung.eu_.pdf

Vorbereitungen:

Keine

Ablauf

Hinweis

Diese Übung ist eine Einführungsübung, da sie keine Ansprüche an filmische Vorerfahrungen stellt und sprachlich einen niederschwelligen Zugang zur Filmbildung bietet. Gerade zum Einstieg in neue Gruppenkonstellationen ist die Übung aufgrund ihres Kennenlerncharakters ideal.

1. Schritt: Einführung in die Kamerabedienung

Im ersten Schritt wird den Teilnehmenden zunächst die Bedienung der Kamera oder der Kamera-App erläutert, falls Sie diese noch nicht kennen. Die Lehrperson führt vor, wie eine Aufnahme begonnen und beendet wird und zeigt, wie das Material gesichtet werden kann. Die Teilnehmenden vollziehen die einzelnen Schritte dabei am Beamer nach.

2. Schritt: Selbstständige Erprobung

Die Teilnehmenden finden sich nun in Kleingruppen zu je drei Personen zusammen und erhalten folgenden Arbeitsauftrag schriftlich, sodass sie während der Durchführung immer wieder nachsehen können:

Tipp

Die Fragen können je nach Anlass auch ein wenig varriiert werden.

«Dreht ein kurzes Video (maximal 40 Sekunden) von jedem in der Gruppe, in dem ihr euch vorstellt. Ihr habt 15 Minuten Zeit. Im Video sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • 1. Wie heißt du?
  • 2. Wie alt bist du?
  • 3. Warum bist du hier?
  • 4. Welches Wort beschreibt dich besonders gut?»

Während dieser Phase steht die Lehrperson beratend zur Seite und von Zeit zu Zeit darauf hinweisen, die Aufnahmen, besonders im Hinblick auf den Ton, zu überprüfen. Die Aufgabenstellung ermöglicht bewusst verschiedene Lösungsstrategien: Zum einen können sich die Teilnehmenden einzeln vor die Kamera stellen und erzählend die Fragen beantworten, zum anderen kann aber auch ein Interviewer oder eine Interviewerin Fragen stellen, die beantwortet werden.

3. Schritt: Die Betrachtung der Ergebnisse / Reflexion

Im Anschluss werden im Plenum alle entstandenen Videos angeschaut, wodurch sich neben dem Kennenlerneffekt und dem Zusammenwachsen der Gruppe verschiedene Reflexionsmöglichkeiten bieten. Die Fragestellungen können beispielsweise sein:

  • «Warum habt ihr das Tablet horizontal gehalten? Warum nicht vertikal (bzw. umgekehrt)?
  • Wieviel ist von der Person zu sehen?
  • Warum habt ihr die interviewte Person so im Bild platziert?
  • Warum ist die fragende Person (nicht) zu sehen?»

Diese Fragestellungen stellen erste Ausgangspunkte für die Thematisierung von Fragen zur Bildkomposition und zu genretypischen filmsprachlichen Mitteln dar.
Auf der sprachlichen Ebene sind zur Reflexion insbesondere die gewählten Worte und Ausdrucksweisen der Teilnehmenden interessant. «Warum gerade dieses Wort» oder «Was bedeutet das Wort in Eurer Muttersprache / anderen Sprachen?» sind nur zwei der vielfältigen Fragestellungen, die zur Reflexion auffordern und zeitgleich zum aktiven Sprechen anregen.

Varianten

  • Sollten keine Tablets verfügbar sein, lässt sich die Übung natürlich mit Smartphones, Kameras, Camcordern, Digitalkameras oder ähnlichem durchführen, es geht in dieser Übung neben dem Kennenlernen der Gruppe auch darum, ein Gefühl für die Bedienung des entsprechende Produktionsgeräts zu bekommen.
  • Je nach Anzahl verschiedener Herkunftssprachen kann auch eine mehrsprachige Vorstellung gewinnbringend sein. Jede/r aus der Gruppe stellt sich dann zusätzlich in seiner Herkunftssprache vor. Zum einen bietet diese Variation den Teilnehmenden mehr Sicherheit durch die Verwendung der jeweiligen Erst-/Muttersprache, zum anderen erhält die gesamte Gruppe dadurch einen kulturellen Ausblick.
  • Falls auch die Lehrperson/en der Gruppe nicht bekannt ist/sind, bietet es sich an, dass diese ebenfalls ein solches Video vorbereiten und sich so der Gruppe vorstellen.
  • Die Übung lässt sich recht leicht mit einer einfachen Darstellungsübung verknüpfen: Um sich des eigenen gestischen Ausdrucks bewusst zu werden, sollen sich die Teilnehmenden zunächst ein Wort aussuchen, welches sie gut beschreibt. Hierzu überlegen sie sich eine passende Geste und bauen sie im Vorstellungsvideo ein.

Einblicke in die Praxis

Bezüge zur Sprachförderung

Kompetenzfelder

Sprechfertigkeit

Sprechfertigkeit: Die soziale Situation und der Arbeitsauftrag schaffen kommunikative Handlungsimpulse. Die Teilnehmenden bestimmen den Grad der (sprachlichen) Differenzierung und die Inhalte der Vorstellung selbst - sie haben die Möglichkeit, die Fragen und damit verbundenen Antworten im Vorfeld der Aufnahme zu memorieren oder aber direkt von der Aufgabenstellung abzulesen.
Die Fragen sind mit Ausnahme der Motivationsfrage (Warum-Frage) bewusst sehr einfach gehalten und beziehen sich unmittelbar auf die eigene Person. Sie knüpfen am Alltagswortschatz an. Sprachlich unerfahrene Teilnehmende können mithilfe der vorgegebenen Fragen auch die Antwortsätze formulieren.(z.B. «Wie heißt du? – Ich heiße Anna.») und durch das Beantworten und Stellen der Fragen die neuen Begriffe routinieren. In Tandems bzw. 3er-Gruppen kann die Aufgabenstellung ohne Beteiligung von pädagogischen Begleitpersonen auf der Peer-to-Peer-Ebene bewältigt werden.

Wortschatz: Die Reflexionsphase bietet besondere Möglichkeiten zur Sprachförderung, speziell im Bereich der Wortschatzarbeit. Die von den Teilnehmenden selbst gewählten Worte können umfassend geübt werden und beispielsweise auch im Kontext von Mehrsprachigkeit thematisiert werden.

Bezüge Film- und Theaterpädagogik

Schauspiel

Aufwärmen und Motivation
Kennenlernen

Aufwärmen und Motivation: Auch im schauspielerischen Bereich sollen in dieser Übung mögliche Bedenken und Zurückhaltung abgebaut werden. Es geht darum, zunächst mit der eigenen Person Selbstsicherheit vor der Kamera zu entwickeln. Während einige Teilnehmenden mit Begeisterung vor der Kamera stehen, verspüren andere dort Unbehagen und sehen ihre Rolle eher hinter der Kamera. Das ist zwar nicht weiter tragisch, schließlich benötigt man bei der filmischen Arbeit immer auch Akteure hinter der Kamera, doch eine Entscheidung für eine «Off-Screen-Tätigkeit» sollte nicht aufgrund von Angst vor der «On-Screen-Alternative» gefällt werden. Diese Angst gilt es also frühzeitig schauspielerisch abzubauen, was durch ein simples Vorstellen der eigenen Person recht schnell erreicht werden kann.

Kennenlernen: Die Übung zielt mit ihren Fragestellungen zur Person und den entstehenden Vorstellungsvideos darauf ab, dass sich die Gruppe besser kennenlernen kann.

Filmgestaltung

Bildkomposition

Bildkomposition: Die Frage, ob im Hoch- und Querformat gefilmt werden soll, tritt zum ersten Mal auf. Intuitiv wird häufig das Hochformat gewählt. Es kann bereits in dieser Übung darauf hingewiesen werden, dass Filmaufnahmen in der Regel im Querformat gemacht werden, ohne die Hochformat-Vorstellungsvideos dabei abzuwerten.

Filmproduktion

Filmtechnik

Kameratechnik: Die Übung bietet die Möglichkeit intuitiv den Erstkontakt mit Kamera / Tablet herzustellen. Die Teilnehmenden sollen erste filmische Aufnahmen machen und so Sicherheit im Umgang mit dem Gerät erhalten und zeitgleich eventuelle Scheu vor den Geräten abbauen.

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