trailerproduction

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  • Posted by Björn Maurer
  • On 19. Januar 2016

Eine Geschichtenidee als Filmtrailer umsetzen

von Björn Maurer
Zeitbudget: > 45 Minuten
Schwerpunkte: NUR Film
Sprachkenntnisse: Fortgeschritten
Mehrsprachig: Nein
Gruppengröße: Ab 3 Personen

Lernziele

  • mit einem Trailer für die eigene Filmidee werben
  • ausloten, ob sich die Idee für eine Verfilmung eignet
  • die Idee in Wort und Bild zum Ausdruck bringen
  • große Storyidee auf kurze aussagekräftige Ausschnitte herunterbrechen

Überblick

Die Teilnehmenden nutzen die Trailerfunktion der App «iMovie», um ihre Geschichtenidee als Filmtrailer umzusetzen. Dank einer Auswahl von Gestaltungsvorlagen lassen sich mit der Trailerfunktion innerhalb kurzer Zeit professionelle Videotrailer erstellen. Eine beschränkte Anzahl von Kamera-Einstellungen und kurze Texteingabe-Felder zwingen die Teilnehmenden dazu, ihre Idee bildhaft und mit einfachen Worten zu skizzieren.

Voraussetzungen:

Keine

Materialien:

iPad mit der App «iMovie»

Vorbereitungen:

Keine

Ablauf

Zunächst erkunden die Teilnehmenden in 3er/4er-Gruppen die Benutzeroberfläche der Trailerfunktion von iMovie. Sie probieren die genrespezifischen Trailervorlagen aus und entscheiden sich für eine Variante, die am besten zu ihrer Geschichtenidee passt.

Eine Trailervorlage besteht immer aus einer vorgegebenen Anzahl an Kamera-Einstellungen, aus mehreren kurzen Texteingabefenstern sowie aus einem Sounddesign, in das nicht gestalterisch eingegriffen werden kann. Die Orginaltöne der Aufnahmen sind im Trailer nicht hörbar und werden vom Sounddesign verdeckt.

Nun entscheiden sich die Kleingruppen, welche Teile der Geschichtenidee bearbeitet werden sollen. Da es sich um einen Trailer handelt (die Bedeutung des Begriffs «Trailer» muss vorab geklärt werden), kommen vor allem die wichtigen und spannenden Szenen in Frage. Aber auch die Protagonisten müssen vorgestellt werden.

Hinweis

Die Idee, zu einem nicht existierenden Film einen Trailer zu erstellen, ist nicht neu. Ein entsprechendes Beispiel in der jüngeren Filmgeschichte ist «Grindhouse», das Horror-Double-Feature von Rodriguez und Tarentino (2007). Hierfür wurden eigens «Faketrailer» produziert, die im Kino zwischen den beiden Movies «Planet Terror» und «Deathproof» gezeigt wurden. Zu zwei der insgesamt sechs Faketrailern wurde im Anschluss aufgrund der großen Resonanz je ein Spielfilm produziert. «Machete» und «Hobo with a Shot Gun».

Je nach Gruppensituation und Vorerfahrungen kommen zwei Varianten in der Vorgehensweise in Frage:

  1. Text vor Bild: Zunächst wird die Geschichtenidee in knackige Textelemente heruntergebrochen. Zum Beispiel: «Zwei Freunde – eine attraktive Frau – ihr eifersüchtiger Bruder – eine zarte Liebe – manchmal kommt es anders – Rache auf den Tod – was hält die Freundschaft aus? – ist sie stärker als alles andere?”. Anschließend werden mit iMovie Videoaufnahmen gemacht, die zu den Textfragmenten passen.
  2. Bild vor Text: Die leeren Kameraeinstellungen in der Trailervorlage werden zunächst mit Videoaufnahmen gefüllt, die die Geschichte am besten zum Ausdruck bringen. Die Texteingaben werden anschließend passend zu den Bildern ergänzt.

Dann folgt die Produktionsphase, die je nach Gruppenkonstellation und Komplexität der Idee zwischen 20 Minuten und einer Stunde dauern kann. Am Ende werden die verfilmten Ideen im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Beide Varianten haben ihre Vorteile. Wenn die Idee schon etwas ausgearbeitet ist, empfiehlt sich die Variante Text vor Bild. Dann können die benötigten Filmbilder anhand des Textes zielgerichtet und effizient gedreht werden. Wenn die Idee nur vage entwickelt ist, empfiehlt sich die Variante Bild vor Text. Die Gestaltung ist dadurch offener und die Gruppe hat mehr Spielraum für die Ideenentwicklung während des Produktionsprozesses. Sollten die Bilder mehrdeutig sein, kann ihre Bedeutung anschließend durch gezielte Texteingabe im Sinne der Geschichtenidee verdichtet werden. Variante 2 ist mit einem größeren Aushandlungsbedarf verbunden, sodass hierfür mehr Zeit eingeplant werden muss.

Bezüge zur Sprachförderung

Kompetenzfelder

Schreiben
Sprechfertigkeit
Wortschatz

Sprechfertigkeit: Da in dieser Übung ein Trailer entstehen soll, der von der ganzen Gruppe getragen wird, sind in besonderem Maße sprachliche Aushandlungsprozesse von Nöten. Die Geschichte muss abgestimmt werden, wobei sowohl Erzählen und Erklären aber auch Diskutieren und Begründen geübt wird. Speziell bei der Produktion der einzelnen Einstellungen ist Kommunikation der Beteiligten untereinander gefordert: Es müssen Abstimmungen zwischen Kamera und Schauspielern getroffen werden, Perspektiven, Einstellungsgrößen und evtl. Bewegungen müssen festgelegt werden. Ebenso beim Festlegen des Trailertextes und dem Einpassen der Einstellungen in die Trailervorlage. Die Reflexion motiviert die Teilnehmenden dazu, die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen.

Schreiben: Die begrenzte Texteingabemöglichkeit zwingt dazu, mit wenig Text viel auszusagen. Es müssen keine perfekten Sätze geschrieben werden, stattdessen sind aussagekräftige Schlüsselbegriffe gefragt. Teilnehmende, deren Schreibkompetenz noch in der Entwicklung ist, können mit dieser Methode erste Schreiberfolge erzielen.

Wortschatzarbeit: Indem einzelne Wörter aus der Herkunftssprache mittels Wörterbuch übersetzt und in die Trailervorlage eingetragen werden, arbeiten die Teilnehmenden auf motivierende Weise an ihrem Wortschatz in der Fremdsprache. Die Konzentration auf wenige Wörter trägt dazu bei, dass die Sprachlernenden diese leichter in ihren aktiven Wortschatz aufnehmen können. Das mehrmalige Anschauen des fertigen Trailers dient zudem der Festigung der neu gelernten Wörter.

Bezüge Film- und Theaterpädagogik

Dramaturgie

Ideenfindung
Geschichten entwickeln
Plot
Spannung

Eine Geschichtenidee weiterzuentwickeln, indem man einen Videotrailer erstellt, ist eine Methode, die insbesondere für die spannenden und interessanten Momente der Geschichte sensibilisiert. Ein Trailer soll schließlich neugierig auf die Geschichte machen. Entscheidungen, wie die Geschichte grob verlaufen soll (Plot), müssen bei der Trailerproduktion getroffen werden. Die Aufgabe zwingt gewissermaßen zur Entscheidung und Konkretisierung einer Idee. Außerdem kann der Trailer als Indikator für die Verfilmbarkeit einer Idee herangezogen werden. Überzeugt der fertige Trailer nicht, könnte die Idee frühzeitig verworfen bzw. umgewandelt werden.

Filmgestaltung

Bildkomposition
Kamera
Montage

Kamera / Bildkomposition: Da in einem Trailer nur kurze Einstellungen verwendet werden, müssen diese in ihrer visuellen Gestaltung aussagekräftig und ansprechend sein. Für die geringe Anzahl an Einstellungen müssen also passende Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven und evtl. -bewegungen ausgewählt werden und die jeweiligen Personen / Objekte bildkompositorisch passend inszeniert werden.

Montage: Das Besondere an der Produktionsoberfläche der Trailerfunktion von iMovie ist, dass der Schnitt schon festgelegt ist, bevor die Filmbilder entstehen. Für jede zu erstellende Aufnahme bekommt die Gruppe einen Hinweis, wie die Einstellung gestaltet werden kann. (z. B. Nahaufnahme, Landschaftsaufnahme). Damit soll sichergestellt werden, dass die Anschlüsse zwischen den Einstellungen gut passen.

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