Der Tassensprung

Der Tassensprung

  • Posted by Björn Maurer
  • On 24. Februar 2016

Eine kommunikative und logistische Herausforderung

von Björn Maurer
Zeitbudget: 10 – 45 Minuten
Schwerpunkte: Film UND Theater
Sprachkenntnisse: Grundkenntnisse
Mehrsprachig: Nein
Gruppengröße: Ab 5 Personen

Lernziele

  • Die Raumtiefe nutzen, um Scheinbeziehungen zwischen Bildvordergrund und -hintergrund herzustellen
  • Kameraarbeit und Schauspielarbeit exakt aufeinander abstimmen
  • Klare sprachliche Anweisungen geben und befolgen (insbesondere Raumlagebegriffe)

Überblick

Die Teilnehmenden erhalten den Auftrag eine Szene zu drehen, in der es so aussieht, als springen Menschen in eine Kaffeetasse. Bei der Lösung dieser Aufgabe nutzen sie die Raumtiefe und ihr kommunikatives Geschick, um Kamera und Darsteller/innen erfolgreich aufeinander einzustimmen.

Voraussetzungen:

Keine

Materialien:

eine Tasse pro Gruppe, eine Videokamera oder ein Tablet bzw. Smartphone pro Gruppe

Vorbereitungen:

Keine

Ablauf

Der Auftrag

Die Lehrperson hält eine Tasse hoch und kündigt eine grosse filmische Herausforderung an. In 5er Teams sollen die Teilnehmenden kurze Videos drehen, in denen es so aussieht, als würden Menschen in die Tasse springen. Es wird kein weiterer Hinweis gegeben, ausser dass viel Platz erforderlich ist, um die Aufgabe erfolgreich zu lösen. Die Teilnehmenden haben 15 Minuten für die Aufgabe Zeit.

Hinweis

Die Aufgabe liesse sich auch mit einem Montagetrick lösen. Dazu müssen die Lernenden jedoch mit dem Kameraschnittverfahren vertraut sein und Übung in der Gestaltung von Anschlüssen haben.

Hinweis zur Lösung: Die erfolgreichste und einfachste Strategie entspricht dem «Schiefe-Turm-von-Pisa-Trick». Eine Person stellt sich vor den Turm und streckt den Arm in Richtung Turm aus. Der/die Fotograf/in setzt die Szene so ins Bild, dass es so aussieht, als würde die Person den Turm mit der blossen Hand abstützen.

Für den Tassensprung benötigt man mehrere Meter Raumtiefe, um den gewünschten Effekt zu erzeugen. Im Idealfall wird die Tasse gross im Bildvordergrund platziert, während die Personen 10 Meter weiter hinten von einer erhöhten Stelle aus scheinbar in die Tasse springen. Eine leichte Froschperspektive kann den Effekt verstärken.

Anschauen und Transferieren

Nach dem gemeinsamen Anschauen der Materialien dürfen die Teams ein zweites Mal produktiv werden und sich selbst Trickaufnahmen unter Ausnutzung der Raumtiefe ausdenken und umsetzen.

Varianten

Eine lustige Variante zum Tassensprung ist die Kuss-Szene. Sie eignet sich besonders für Teilnehmende in einem Alter, in dem es undenkbar ist, sich zu küssen. Die Aufgabe: Für einen Film wird eine Kussszene benötigt. Diese muss nun in 3er-Teams gedreht werden. Die Herausforderung dabei: Obwohl nicht wirklich geküsst wird, muss die Szene echt aussehen.

Beispielclips

Bezüge zur Sprachförderung

Kompetenzfelder

Sprechfertigkeit

Sprechfertigkeit: Bei dieser Übung müssen alle Beteiligten sich untereinander abstimmen. Die Person an der Kamera muss genaue Anweisungen geben, wo sich die Protagonisten im Bild in Relation zur Tasse positionieren müssen. In der Regel gelingt die Umsetzung der Aufgabe nur nach mehreren Versuchen.

Bezüge Film- und Theaterpädagogik

Filmgestaltung

Kamera
Tricks und Effekte

Tricks und Effekte: Gegenstände aus Vorder- und Hintergrund zueinander in Beziehung bringen

Kamera: Die Raumtiefe kann gestalterisch genutzt werden, um neben den besagten Trickaufnahmen auch ästhetisch interessante Bilder zu generieren.

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