«Oh James!»

«Oh James!»

  • Posted by Katharina Gmeinwieser
  • On 11. September 2016

Das Blockbuster-Spiel

von Katharina Gmeinwieser, Björn Maurer, Mirona Stanescu
Zeitbudget: < 10 Minuten
Schwerpunkte: Film UND Theater
Sprachkenntnisse: Keine
Mehrsprachig: Nein
Gruppengröße: Ab 10 Personen

Lernziele

  • Konzentration steigern
  • Aufwärmen
  • Bekannte Filmszenen in Standbilder auflösen

Überblick

Die Gruppe bildet einen Stehkreis. Eine Person steht in der Kreismitte und versucht Teil des Außenkreises zu werden. Sie zeigt dazu auf eine Person im Kreis und ruft gleichzeitig den Namen eines bekannten Films. Jeder Film ist mit einer spezifischen Handlungsvorgabe verbunden, die von der betreffenden Person sowie dem/der Nachbar/in rechts und links davon erfüllt werden muss. Wird die Aufgabe nicht oder falsch erfüllt, muss die Person, die nicht aufgepasst hat, in die Kreismitte und gibt den nächsten Spielfilmtitel vor.

Voraussetzungen:

Keine

Materialien:

Keine

Vorbereitungen:

Keine

Ablauf

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf, wobei eine Person in der Mitte bleibt. Sie darf die Vorgaben machen. Diese werden zu Beginn festgelegt und vorgestellt.

Tipp

Um die Gruppe nicht zu überfordern, sollten zunächst nicht zu viele Vorgaben einfgeführt werden.

Eine Vorgabe besteht in den meisten Fällen aus einem Filmtitel, welcher zu einer Aktion auffordert. Es macht wenig Sinn Filmtitel einzubinden, die die Teilnehmenden nicht kennen. Hierauf sollte an dieser Stelle geachtet werden. Die Person, auf die gedeutet wird sowie die Personen rechts und links daneben (jede Vorgabe besteht aus einem Drei-Personen-Standbild), müssen die zuvor definierte Geste vollziehen und/oder den entsprechenden Satz sagen. Reagiert eine der angesprochenen Personen zu langsam oder weiß nicht, was sie machen muss, wechselt diese die Position mit der Person in der Mitte. Sie gibt nun die Vorgaben und versucht dadurch zurück in den Kreis zu kommen.

Hinweis

Ist eine Person zu lange in der Mitte, sollte das Tempo gesteigert oder weitere (kompliziertere Vorgaben) eingeführt werden. Sind die Plätze im Kreis definiert (z.B. durch Stühle, die hinter den Personen stehen), kann auf ein Signal hin (z.B. “Werbung!”) der gesamte Kreis aufgelöst werden und jede/r muss sich einen neuen Platz suchen. Wer keinen Platz findet, bleibt in der Mitte und macht die nächsten Vorgaben.

Mögliche Spielfilm-Vorgaben:

“James Bond”:  Die Person in der Mitte posiert mit einer imaginären Schusswaffe, während die Nachbar/innen als «Bond Girls» auf die Knie fallen und den Helden mit «Oh James!» bewundern.

“Titanic”: Die Person in der Mitte breitet die Arme aus und ruft: “Ich bin der König der Welt!”. Die Spieler/innen rechts und links daneben knien sich hin und bilden die Reeling des Schiffes.

“Forest Gump”: Die Person in der Mitte beginnt auf der Stelle zu laufen. Die beiden Nachbar/innen feuern ihn oder sie mit den Worten: “Lauf Forest, lauf!” an.

“Herr der Ringe”: Die Person in der Mitte bewundert mit den Worten: “Mein Schatz!” ihren imaginären Ring in den Händen. Die Spieler/innen rechts und links daneben sprechen ihr ins Gewissen und flüstern: “Wirf ihn ins Feuer!”.

“Harry Potter”: Die Spieler/innen rechts und links richten ihre imaginären Zauberstäbe auf die Person zwischen ihnen. Hierbei rufen sie: “Expelliarmus”. Die mittlere Person hebt entwaffnet die Arme über den Kopf.

“Tribute von Panem”: Die Person in der Mitte spannt einen imaginären Bogen. Die Spieler/innen rechts und links daneben zeigen ihre Sympathie, indem sie Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand küssen und in die Höhe strecken.

“König der Löwen”: Die Person in der Mitte reckt die Arme vor sich in die Höhe. Sie hält den jungen Simba in den Händen und präsentiert ihn dem versammelten Tierreich. Die Spieler/innen rechts und links davon verneigen sich ehrfurchtsvoll vor ihm.

“Das Junglebuch”: Die Person in der Mitte stellt eine Palme dar, indem sie die Arme nach oben streckt. Die Spieler/innen rechts und links daneben reiben genüsslich ihren Rücken daran.

“Jurassic World”: Während sich die mittlere Person duckt und schützend die Arme über sich hält, verwandeln sie die Spieler/innen rechts und links davon in brüllende Dinosaurier, die die Person in der Mitte auffressen wollen.

“Die Minions”: Die Person in der Mitte verwandelt sich in einen Minion. Dies geschieht, indem die Spieler/innen rechts und links daneben jeweils eine Art Fernrohr mit einer Hand bilden und diese als Sicherheitsbrille vor die Augen der mittleren Person halten. Der Minion in der Mitte sagt dann. “Banana”. Alternativ kann die Person in der Mitte auch die Arme in die Luft strecken, den Körper etwas zur Seite beugen und sich somit in eine Banane verwandeln. Die Personen rechts und links daneben werden zu Minions, schlingen die Arme um die Banane und rufen erfreut “Banana!”.

“Findet Nemo”: Die Person in der Mitte stellt Nemo dar. Hierzu bildet sie mit den Armen kleine Flossen. Eine Flosse wedelt dabei langsam, die andere sehr schnell – sie ist Nemos Glücksflosse. Die Spieler/innen rechts und links neben Nemo legen suchend die Hand an die Stirn und rufen: “Nemo, wo bist du?”. Hierbei blicken sie sich nach rechts und links um.

“Dirty Dancing”: Die Person in der Mitte nimmt seine/ihre Nachbar/innen an der Hand und vollführt mit Ihnen eine Drehung, indem er/sie diese einmal unter seinen Armen im Kreis herumdreht. Am Ende lassen die beiden äußeren sich in die Arme der mittleren Person sinken.

“Star Wars”: Die Person, die in der Mitte steht, nimmt die Hand vor den Mund, simuliert ein Rauschen und spricht, wie Darth Vader unter seinem Helm: “Ich bin dein Vater!”. Währenddessen bestreiten die Spieler/innen rechts und links daneben einen Laserschwert-Kampf mit den entsprechenden Geräuschen.

Weitere Filmideen: Avatar, Mission Impossible, E.T., Fluch der Karibik, Sister Act, …

Varianten

Die Liste der möglichen Spielfilme und Standbilder kann beliebig erweitert werden. Es kann auch die Aufgabe an die Teilnehmenden gestellt werden, selbst einen Film auszuwählen und dazu ein Standbild zu entwerfen. So kann das Spiel von Gruppe zu Gruppe persönlicher gestaltet werden. Für internationale Gruppen kann es interessant sein, bekannte Filme aus den jeweiligen Herkunftsländern einzubinden und vorzustellen.

Einen spannenden Sprechanreiz bieten die unterschiedlichen Übersetzungen der Filmtitel. Teilweise ist die Übersetzung gelungen, teilweise bleiben die Titel auch im Original. Häufig ist die wörtliche Übersetzung der Filmtitel ebenfalls interessant.

In vielen Gruppen ist das Spielprinzip, dessen Schwerpunkt hier auf dem Thema Spielfilm liegt, bereits mit Haushaltsbegriffen wie Toaster, Mixer und Waschmaschine bekannt (vgl. weiterführende Links). Die Vorgaben können das Spiel natürlich gleichermaßen erweitern.

Für sprachlich erfahrenere Gruppen kann das Spiel auch in ein Improvisationsspiel umgewandelt werden. Die darzustellenden Begriffe werden zuvor nicht abgesprochen und die Dreigruppe, auf die die Person in der Mitte deutet, muss die Vorgabe spontan improvisieren.

 

Bezüge zur Sprachförderung

Kompetenzfelder

Sprechfertigkeit

Sprechfertigkeit: Das Spiel bietet einen Sprechanreiz der an den Interessen der Teilnehmenden am Medium Film ansetzt. Viele Spielfilme sind international bekannt und bei den Teilnehmenden mehr oder weniger beliebt. Die Teilnehmenden können sich über ihre Filmerlebnisse und -vorlieben austauschen und dabei neue Vorgaben für das Spiel entwickeln.

Bezüge Film- und Theaterpädagogik

Dramaturgie

Plot

Plot: Bei der Entwicklung eigener Filmvorgaben kommen die Teilnehmenden ins Gespräch und müssen sich ihre Filmvorschläge kurz und bündig gegenseitig vorstellen. Bei der Erarbeitung der Darstellung müssen die Teilnehmenden dann analysieren, welche die wichtigsten und/oder markantesten Stellen des Films sind, um diese in ihre Umsetzung miteinbeziehen zu können.

Schauspiel

Aufwärmen und Motivation
Emotionen

Aufwärmen und Motivation: Das Spiel kann gut zum Aufwärmen eingesetzt werden, da die ganze Gruppe zusammenspielt und aktiv wird. Es bietet zudem spannende Gesprächsanreize, die für die weiterführende Zusammenarbeit in der Gruppe interessant sein können.

Emotionen: Bei der Umsetzung der Vorgaben müssen die Teilnehmenden schnell in die entsprechenden Rollen schlüpfen. Hierbei vermitteln sie in einer kurzen Szene die Grundstimmung des vorgegebenen Films und müssen die entsprechenden Emotionen darstellen.

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